Wiener Apfelstrudel mit dünnem Strudelteig selbst gemacht

10. Juni 2026

Ein Stück Apfelstrudel, bestäubt mit Puderzucker, wartet auf dem Teller. Dieses apfelstrudel rezept original ist ein Genuss.

Inhaltsverzeichnis

Ein guter Apfelstrudel steht und fällt mit zwei Dingen: einem hauchdünnen, elastischen Teig und einer Füllung, die saftig bleibt, ohne den Boden durchzuweichen. Ich zeige hier meine klassische Wiener Variante mit säuerlichen Äpfeln, Rosinen, Zimt und gerösteten Bröseln, inklusive genauer Mengen, Backzeit und den Handgriffen, die beim Ausziehen wirklich den Unterschied machen.

Mit diesen Grundregeln gelingt der Apfelstrudel wie im Wiener Kaffeehaus

  • Teig mindestens 30 Minuten ruhen lassen, idealerweise über Nacht.
  • Äpfel mit süß-säuerlichem Geschmack verwenden und sehr dünn schneiden.
  • Brösel in Butter rösten, damit sie Fruchtsaft aufnehmen und den Teig schützen.
  • 180 °C und etwa 35 bis 45 Minuten Backzeit sind ein zuverlässiger Richtwert.
  • Strudelteig ist traditioneller als Blätterteig und sorgt für die typische zarte Hülle.

Was einen originalen Wiener Apfelstrudel ausmacht

Der klassische Apfelstrudel gehört zur österreichischen Mehlspeiskultur und ist besonders eng mit Wien verbunden. Gemeint ist meist ein ausgezogener Strudelteig, der so dünn verarbeitet wird, dass man beinahe durch ihn hindurchsehen kann. Blätterteig funktioniert ebenfalls, ergibt aber eine andere, stärker blättrige Süßspeise.

In die traditionelle Füllung kommen Äpfel, Zucker, Zimt, Rosinen und gebutterte Brösel. Ob zusätzlich Nüsse verwendet werden, ist eine regionale und familiäre Frage. Ich mag eine kleine Menge Haselnüsse, halte sie aber für optional, denn der eigentliche Geschmack soll von den Äpfeln und der warmen Butter kommen.

Für ein gutes Ergebnis braucht es keine exotischen Zutaten. Entscheidend sind aromatische Äpfel, ein gut gekneteter Teig und ein kontrollierter Umgang mit der Flüssigkeit. Genau dort scheitern viele Rezepte, die zu viel Zucker oder sehr wässrige Äpfel verwenden.

Ein Stück Apfelstrudel, bestäubt mit Puderzucker, wartet auf dem Teller. Dieses apfelstrudel rezept original ist ein Genuss.

Die Zutaten für acht Stücke

Die folgende Menge ergibt einen großen Strudel für etwa 6 bis 8 Portionen. Für ein normales Backblech reicht ein Strudel völlig aus. Die Äpfel dürfen ruhig unterschiedlich groß sein, sollten aber insgesamt ungefähr das angegebene Gewicht erreichen.

Für den Strudelteig Menge
Weizenmehl Type 405 oder 550 250 g
Lauwarmes Wasser 125 ml
Neutrales Öl 1 EL
Salz 1 Prise
Öl zum Ruhen etwas
Für die Füllung Menge
Säuerliche Äpfel, geschält 1,2 bis 1,5 kg
Zucker 80 bis 100 g
Rosinen 60 g
Semmelbrösel oder Biskuitbrösel 100 g
Butter 80 bis 100 g
Zimt 1 TL
Zitronensaft 1 bis 2 EL
Rum, optional 2 EL

Gut geeignet sind Sorten wie Elstar, Boskoop oder Kronprinz Rudolf. Boskoop bringt viel Säure und Aroma mit, während Elstar etwas milder und saftiger bleibt. Sehr süße Tafeläpfel schmecken im Strudel schnell flach, besonders wenn zusätzlich reichlich Zucker in die Füllung kommt.

So gelingt der elastische Strudelteig

Mehl und Salz in eine Schüssel geben, Wasser und Öl hinzufügen und alles zu einem weichen Teig verkneten. Ich knete ihn etwa 8 bis 10 Minuten, bis er glatt ist und sich von der Schüssel löst. Dieser Schritt wirkt unspektakulär, ist aber entscheidend, weil sich erst dabei das Klebergerüst bildet, das den Teig später dehnbar macht.

Den Teig zu einer Kugel formen, dünn mit Öl bestreichen und abgedeckt mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Noch zuverlässiger wird er, wenn er über Nacht im Kühlschrank ruht und vor dem Ausziehen wieder Zimmertemperatur annimmt.

Zum Ausziehen ein großes, leicht bemehltes Küchentuch auf dem Tisch ausbreiten. Den Teig zuerst mit dem Nudelholz rechteckig ausrollen. Danach lege ich ihn auf die Handrücken und ziehe ihn vorsichtig von der Mitte nach außen. Der Teig sollte am Ende fast durchsichtig sein, darf aber an den Rändern etwas dicker bleiben.

Ein kleiner Riss ist kein Grund zur Panik. Meist lässt er sich mit einem dünnen Stück Teig verschließen. Viele drücken beim ersten Versuch zu kräftig auf die Mitte. Besser ist es, mit ruhigen Bewegungen und wenig Druck zu arbeiten und den Teig immer wieder kurz zu entspannen.

Die Füllung braucht Säure, Butter und geröstete Brösel

Die Rosinen können nach Geschmack in Rum eingeweicht werden. Dafür reichen 15 bis 20 Minuten. Wer ohne Alkohol backen möchte, nimmt Apfelsaft oder lässt die Rosinen einfach trocken. Das Einweichen macht sie weicher, ist für den Geschmack aber nicht zwingend erforderlich.

Die Äpfel schälen, entkernen und in sehr dünne Scheiben schneiden. Mit Zitronensaft vermengen, anschließend Zucker und Zimt hinzufügen. Ich lasse die Mischung nicht lange stehen, weil die Äpfel sonst unnötig viel Saft verlieren und der Strudel später leichter durchweicht.

Für die Brösel etwa 50 g Butter in einer Pfanne schmelzen und die Semmelbrösel bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Sie sollen duften und Farbe bekommen, aber nicht dunkel werden. Die Brösel wirken wie eine aromatische Feuchtigkeitssperre zwischen Teig und Obst.

Ob Nüsse hineingehören, darüber wird in Familien gerne diskutiert. Zwei bis drei Esslöffel fein geriebene Haselnüsse passen gut, sind für die Wiener Grundversion aber nicht notwendig. Ich würde sie nur ergänzen, wenn die Äpfel besonders mild schmecken.

Den Strudel richtig füllen, rollen und backen

  1. Den ausgezogenen Teig mit flüssiger Butter bestreichen. Einen kleinen Rand von etwa 3 cm frei lassen.
  2. Die gerösteten Brösel auf ungefähr zwei Dritteln der Teigfläche verteilen.
  3. Apfelscheiben und Rosinen locker darübergeben. Die Füllung nicht festdrücken.
  4. Die seitlichen Teigränder einschlagen und den Strudel mithilfe des Tuchs aufrollen.
  5. Den Strudel mit der Naht nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
  6. Mit zerlassener Butter bestreichen und im vorgeheizten Ofen backen.

Ich backe den Apfelstrudel bei 180 °C Ober-/Unterhitze etwa 35 bis 45 Minuten. Bei Umluft sind rund 170 °C meist ausreichend. Die genaue Zeit hängt von der Dicke des Strudels und der verwendeten Apfelsorte ab.

Fertig ist er, wenn die Oberfläche goldbraun ist und an den Seiten etwas Fruchtsaft austritt. Wird der Teig bereits nach 25 Minuten dunkel, decke ich ihn locker mit Backpapier ab. So kann die Füllung weitergaren, ohne dass die Kruste verbrennt.

Nach dem Backen sollte der Strudel 10 bis 15 Minuten abkühlen. Direkt aus dem Ofen ist die Füllung noch sehr weich und läuft beim Anschneiden leicht heraus. Lauwarm schmeckt er meiner Meinung nach am besten, besonders mit etwas Puderzucker.

Die häufigsten Fehler und ihre einfache Lösung

Der Teig reißt beim Ausziehen

Meist wurde er zu kurz geknetet oder nicht lange genug entspannt. Auch kalter Teig lässt sich schlecht dehnen. Ein gut geölter und ausreichend ruhender Teig ist deutlich verzeihender, als viele Anfänger erwarten.

Der Boden wird weich

Das liegt fast immer an zu wässrigen Äpfeln oder daran, dass die Brösel fehlen. Säuerliche, eher feste Sorten wählen, die Äpfel erst kurz vor dem Füllen schneiden und die Brösel vollständig abkühlen lassen, bevor sie auf den Teig kommen.

Der Strudel platzt auf

Wenn zu viel Füllung auf einmal verwendet wird, kann der Dampf beim Backen nicht entweichen. Eine lockere, gleichmäßige Schicht ist besser als ein überladener Strudel. Die Enden sollten außerdem gut verschlossen sein.

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Die Äpfel schmecken zu süß

Der Zuckergehalt hängt stark von der Apfelsorte ab. Bei Boskoop reichen oft 70 bis 80 g Zucker, bei säuerlichen Lageräpfeln dürfen es bis zu 100 g sein. Ich probiere die Füllung vor dem Rollen und korrigiere erst dann.

Warum selbst gemachter Strudel seinen Aufwand verdient

Fertiger Strudelteig ist eine sinnvolle Abkürzung, wenn es schnell gehen muss. Wer jedoch die typische, zarte Hülle sucht, sollte den Teig wenigstens einmal selbst zubereiten. Der Arbeitsaufwand ist überschaubar, und der Unterschied zeigt sich besonders an den knusprigen, dünnen Teigschichten.

Serviert wird der Strudel klassisch mit Puderzucker. Warme Vanillesauce oder Schlagsahne passen ebenfalls, verändern aber den Charakter des Gebäcks. Für mich braucht ein guter Apfelstrudel vor allem kräftige Äpfel, geröstete Brösel und einen dünnen Teig, nicht viele Beilagen.

Wenn der erste Versuch noch nicht perfekt aussieht, lohnt sich eine zweite Runde. Beim Ausziehen entwickelt man schnell ein Gefühl für den Teig, und genau diese kleine handwerkliche Übung macht den Apfelstrudel zu mehr als einem gewöhnlichen Blechkuchen.

Häufig gestellte Fragen

Geeignet sind säuerliche Sorten wie Boskoop, Elstar oder Kronprinz Rudolf. Für 1,2 bis 1,5 kg geschälte Äpfel reichen meist 80 bis 100 g Zucker; bei Boskoop genügen oft 70 bis 80 g.

Die Äpfel sollten fest und eher säuerlich sein und erst kurz vor dem Füllen geschnitten werden. In Butter goldbraun geröstete Semmelbrösel nehmen Fruchtsaft auf und schützen den Teig zusätzlich.

Der Teig sollte 8 bis 10 Minuten geknetet und anschließend mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen. Noch zuverlässiger wird er durch eine Ruhezeit über Nacht im Kühlschrank und das anschließende Erwärmen auf Zimmertemperatur.

Bei 180 °C Ober-/Unterhitze beträgt die Backzeit etwa 35 bis 45 Minuten. Bei Umluft sind rund 170 °C ausreichend. Nach dem Backen sollte der Strudel 10 bis 15 Minuten abkühlen.

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Ilona Langer

Ilona Langer

Mich fasziniert seit jeher die Vielfalt und Tiefe regionaler Genusserlebnisse, von den versteckten kulinarischen Schätzen bis hin zum authentischen Handwerk, das unsere Heimat prägt. Mein Name ist Ilona Langer und ich beschäftige mich seit elf Jahren intensiv mit diesen Themen. Auf heimarkt-regional.de teile ich meine Entdeckungen und mein Wissen über die regionalen Besonderheiten, die den Gaumen erfreuen und das Herz erwärmen. Ich lege Wert darauf, fundierte Informationen zu recherchieren und verständlich aufzubereiten, damit Sie die authentischen Produkte und die Menschen dahinter besser kennenlernen können. Mein Ziel ist es, Ihnen stets nützliche und verlässliche Einblicke in die Welt der regionalen Kulinarik und des Handwerks zu bieten.

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