Ein guter Burgunderbraten braucht kein kompliziertes Küchenmanöver, sondern ein passendes Stück Rind, Zeit und eine kräftige Rotweinsauce. Ich zeige dir ein zuverlässiges Rezept für 4 bis 6 Personen, erkläre die richtige Fleischwahl, die wichtigsten Schritte beim Schmoren und welche Beilagen den Braten wirklich zur Geltung bringen.
So gelingt der Burgunderbraten besonders aromatisch
- Fleisch: 1,2 kg Rinderschulter, Bug oder falsches Filet eignen sich am besten.
- Rotwein: Ein trockener Spätburgunder oder Burgunder bringt Säure und Tiefe in die Sauce.
- Schmorzeit: Bei 150 °C braucht der Braten etwa 2,5 bis 3 Stunden.
- Geschmack: Kräftiges Anbraten, Wurzelgemüse und ein guter Bratenfond machen den größten Unterschied.
- Beilagen: Kartoffelklöße, Kartoffelpüree, Rotkohl oder Rosenkohl passen besonders gut.

Welche Zutaten für Burgunderbraten wirklich zählen
Für mein Grundrezept verwende ich ein gut marmoriertes Stück aus der Schulter. Das Fleisch darf ruhig etwas durchwachsen sein, denn beim langen Schmoren wird das Bindegewebe weich und sorgt für eine saftige, kräftige Textur. Sehr mageres Rindfleisch wirkt nach mehreren Stunden im Ofen dagegen schnell trocken.
| Zutat | Menge für 4 bis 6 Personen | Hinweis |
|---|---|---|
| Rinderbraten | 1,2 kg | Schulter, Bug oder falsches Filet |
| Trockener Rotwein | 400 ml | Am besten Spätburgunder oder Burgunder |
| Rinderfond | 250 ml | Für eine vollere Sauce |
| Zwiebeln | 2 Stück | Grob gewürfelt |
| Möhren | 2 Stück | Für Süße und Körper |
| Knollensellerie | 150 g | Gibt der Sauce Würze |
| Lauch | 1 Stange | Optional, aber aromatisch |
| Tomatenmark | 2 EL | Für Röstaromen und Farbe |
| Knoblauch | 1 bis 2 Zehen | Leicht angedrückt |
| Gewürze | 2 Lorbeerblätter, 5 Wacholderbeeren, Thymian | Mit Salz und Pfeffer abschmecken |
| Öl oder Butterschmalz | 2 bis 3 EL | Zum kräftigen Anbraten |
Beim Wein muss es keine teure Flasche sein. Ich nehme lieber einen trockenen, fruchtigen Rotwein, den ich auch zum Essen trinken würde. Sehr süße oder stark holzige Weine machen die Sauce schnell schwer und überdecken den Geschmack des Fleisches.
Die Vorbereitung entscheidet über die Tiefe der Sauce
Wer Zeit hat, legt das Fleisch am Vorabend in eine Marinade aus Rotwein, Zwiebeln, Möhren, Knoblauch, Lorbeer und Wacholder. Das ist kein Muss, aber die Aromen ziehen dadurch intensiver ein. Vor dem Anbraten muss der Braten gründlich trocken getupft werden, sonst verdampft zu viel Flüssigkeit und es entstehen kaum kräftige Röstaromen.
Lesen Sie auch: Grillabend planen - Was beim Grillen nicht fehlen darf
Marinieren oder direkt schmoren
Für eine spontane Sonntagsküche reicht es, das Fleisch nur zu salzen, zu pfeffern und direkt anzubraten. Die Marinade lohnt sich besonders bei einem großen, festen Stück oder wenn der Braten am nächsten Tag serviert werden soll. Die Flüssigkeit anschließend durch ein Sieb gießen und auffangen, statt sie wegzuschütten.
Das Fleisch brate ich in einem schweren Bräter rundherum an. Jede Seite darf dabei einige Minuten Farbe bekommen. Danach kommt das Gemüse hinein und wird ebenfalls angeröstet. Tomatenmark erst nach dem Gemüse zuzugeben und kurz mitzubraten, verhindert einen rohen Geschmack und verstärkt die dunkle Farbe der Sauce.
Burgunderbraten Schritt für Schritt im Ofen schmoren
- Den Backofen auf 150 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Das Fleisch trocken tupfen und rundherum mit Salz und Pfeffer würzen.
- Öl oder Butterschmalz im Bräter erhitzen. Den Rinderbraten von allen Seiten kräftig anbraten und anschließend herausnehmen.
- Zwiebeln, Möhren, Sellerie und Lauch im Bratensatz anrösten. Knoblauch und Tomatenmark dazugeben und etwa 1 bis 2 Minuten mitrösten.
- Mit dem Rotwein ablöschen. Den Ansatz kurz einkochen lassen, damit sich die Röstaromen lösen und die Sauce später nicht wässrig schmeckt.
- Rinderfond, Lorbeer, Wacholder und Thymian hinzufügen. Das Fleisch zurück in den Bräter legen. Die Flüssigkeit sollte ungefähr bis zur halben Höhe des Bratens reichen.
- Den Bräter mit dem Deckel schließen und den Braten 2,5 bis 3 Stunden schmoren. Nach etwa der Hälfte der Zeit das Fleisch wenden und mit dem Fond übergießen.
- Den fertigen Braten herausnehmen und locker mit Alufolie abdecken. Er sollte 10 bis 15 Minuten ruhen, bevor du ihn aufschneidest.
Die genaue Garzeit hängt von der Form des Fleisches und vom Bräter ab. Ein längliches Stück ist oft schneller weich als ein kompakter Braten mit gleichem Gewicht. Ich verlasse mich deshalb nicht allein auf die Uhr, sondern prüfe mit einer Gabel, ob das Fleisch leicht nachgibt. Eine Kerntemperatur von ungefähr 80 bis 85 °C ist eine hilfreiche Orientierung, ersetzt aber nicht die Garprobe.
So wird die Rotweinsauce glänzend und ausgewogen
Nach dem Schmoren gieße ich den gesamten Bratenfond durch ein feines Sieb. Das Gemüse darf dabei leicht ausgedrückt werden, denn darin steckt viel Geschmack. Anschließend lasse ich die Sauce bei mittlerer Hitze um etwa ein Drittel einkochen. Dadurch wird sie konzentrierter und braucht oft weniger Bindemittel.
Ist die Sauce noch zu dünn, verrühre ich 1 TL Speisestärke mit 2 EL kaltem Wasser und gebe die Mischung portionsweise hinein. Danach muss die Sauce mindestens einmal aufkochen. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf einem kleinen Spritzer Balsamico abschmecken.
Der häufigste Fehler ist eine zu säuerliche Sauce. Das passiert, wenn der Wein nicht ausreichend reduziert wurde. Ein kleines Stück kalte Butter zum Schluss rundet den Geschmack ab, macht die Sauce geschmeidiger und nimmt der Säure etwas die Spitze. Sahne ist möglich, aber für mich nicht nötig, weil sie den typischen Rotweingeschmack abschwächt.
Welche Beilagen den Braten am besten ergänzen
Die Sauce ist kräftig, deshalb brauchen die Beilagen etwas, das sie aufnehmen kann. Kartoffelklöße und Kartoffelpüree sind meine erste Wahl, weil sie die Rotweinsauce gut binden. Salzkartoffeln funktionieren ebenfalls, wirken aber etwas schlichter.
- Klassisch: Kartoffelklöße und Apfelrotkohl
- Herbstlich: Kartoffelpüree und glasierte Möhren
- Leichter: Salzkartoffeln und grüne Bohnen
- Festlich: Serviettenknödel, Rosenkohl und gebratene Pilze
Wer den Burgunderbraten stärker an die französische Küche anlehnen möchte, kann zusätzlich kleine Schalotten und Champignons in Butter braten und erst kurz vor dem Servieren unter die Sauce heben. Speckwürfel passen ebenfalls, bringen aber deutlich mehr Salz und Fett ins Gericht. Ich würde sie deshalb nur verwenden, wenn der Rotwein und der Fond eher mild ausfallen.
Typische Fehler beim Schmoren vermeiden
Zu wenig Farbe am Fleisch ist der wichtigste Schwachpunkt vieler Braten. Wird das Fleisch zu früh gewendet oder liegt der Bräter zu voll, schmort es im eigenen Saft statt zu braten. Bei Bedarf brätst du in zwei Portionen an.
Auch eine zu hohe Ofentemperatur bringt keinen Vorteil. Das Fleisch wird dadurch nicht schneller zart, sondern kann außen trocken werden, während das Bindegewebe im Inneren noch fest ist. Niedrige, gleichmäßige Hitze und ein gut schließender Deckel liefern das deutlich bessere Ergebnis.
Reste bewahre ich abgekühlt in der Sauce im Kühlschrank auf und verbrauche sie innerhalb von 2 bis 3 Tagen. Aufgewärmt schmeckt der Braten oft sogar noch intensiver. Zum Einfrieren eignen sich Fleisch und Sauce gemeinsam besonders gut, weil das Fleisch dadurch beim späteren Erwärmen saftig bleibt.
Warum dieses Schmorgericht auch regional gut funktioniert
Für einen überzeugenden Burgunderbraten müssen die Zutaten nicht aus Frankreich stammen. Ein regionaler Spätburgunder, Rindfleisch aus guter Haltung und heimisches Wurzelgemüse ergeben eine sehr stimmige Kombination. Gerade bei einem Gericht mit wenigen Grundzutaten schmeckt man Qualität und Reife deutlich heraus.
Ich würde beim Einkauf zuerst beim Metzger nach einem geeigneten Schmorstück fragen und erst danach den Wein auswählen. Das Fleisch entscheidet über die Garzeit, während der Wein vor allem die Sauce prägt. Mit dieser Reihenfolge gelingt der Braten zuverlässig und bleibt ein herzhaftes Gericht, das sich sowohl für einen ruhigen Sonntag als auch für Gäste eignet.